Alle satt und alles gerecht verteilt? – Lateinamerika-Tagung am 11./12. Juni in Stuttgart

Ressourcengerechtigkeit in Amazonien, Ernährungssicherheit in den Anden, Landkonflikte in Mexiko

11. – 12. Juni 2026
Welthaus Stuttgart, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart

Europa blickt auf Lateinamerika vermehrt als Rohstofflieferanten. Doch wie lassen sich Wohlstand und Ausbeutung miteinander vereinbaren? Die Tagung geht der Frage der Existenz- und Ernährungssicherung vor Ort nach und untersucht mögliche Lösungsansätze für mehr Ressourcengerechtigkeit. Wir berücksichtigen dabei Friedensbildungsprozesse in den teils von Konflikten geprägten Ländern.
Wir diskutieren, wie die Ernährung in Peru und Bolivien sichergestellt werden kann. Mit unseren mexikanischen und kolumbianischen Gästen sprechen wir über Ansätze für Konflikttransformation in ihren Ländern.

Sie sind herzlich zur Abendveranstaltung und/oder der vertiefenden Diskussion am Folgetag eingeladen.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
www.ev-akademie-boll.de/tagung/430426.html

 

Veranstalter/Kooperationspartner:
Welthaus Stuttgart, Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) e.V., Brot für die Welt, Handy-Aktion Baden-Württemberg

Die Energiewende gerecht gestalten – Tagung wirft kritische Blicke auf ‚grüne‘ Technologien

Zukünfte dekolonisieren: Keine Transformation auf Kosten anderer – globale Verantwortung bei Energiewende ernst nehmen!

„Grüne“ Technologien wie Batterien, Solaranlagen oder Elektroautos lassen den Bedarf an Rohstoffen in die Höhe schießen. Die Tagung „Zukünfte dekolonisieren – Kritische Blicke auf ‚grüne‘ Technologien“ am 9. Mai 2026 im Kulturzentrum Merlin in Stuttgart machte deutlich: Die für die Energiewende benötigten Rohstoffe werden überwiegend im Globalen Süden abgebaut und dies häufig unter Bedingungen, die mit Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und sozialen Ungleichheiten einhergehen. Nötig sind verbindliche politische Rahmenbedingungen, die Menschenrechte und Umweltstandards entlang der gesamten Lieferkette sichern. Gleichzeitig betonten die rund 40 Teilnehmenden die zentrale Rolle der Zivilgesellschaft: Nur durch kontinuierliches Engagement, internationale Vernetzung und öffentlichen Druck können gerechtere Strukturen geschaffen werden.

„Für viele Menschen in unseren Regionen bedeutet der Abbau von Rohstoffen nicht Entwicklung, sondern Verlust – von Land, von Wasser und von Lebensgrundlagen.“

Mamadou Diallo, NaturFreunde im Senegal (ASAN), machte in seiner Videogrußbotschaft deutlich, wie stark lokale Gemeinschaften unter den Folgen von Rohstoffabbau und Umweltveränderungen leiden und wie wichtig internationale Solidarität ist: „Für viele Menschen in unseren Regionen bedeutet der Abbau von Rohstoffen nicht Entwicklung, sondern Verlust – von Land, von Wasser und von Lebensgrundlagen. Wenn wir über eine grüne Zukunft sprechen, dann muss sie auch für uns gerecht sein“, betonte Mamadou Diallo.

Dr. Gunne Dolgor Guntsetseg, Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) hob hervor, dass globale Gerechtigkeit eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige Transformation ist: „Die Energiewende darf nicht auf Kosten anderer Regionen stattfinden. Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir auch globale Verantwortung übernehmen und bestehende Machtverhältnisse kritisch hinterfragen.“

Felix Henn, Werkstatt Ökonomie / KASA, sagte mit Blick auf Namibia und die deutsche Verantwortung in der Rohstoffpolitik: „Das Beispiel des Grünen Wasserstoff-Projektes Hyphen in Namibia zeigt, dass die Energiewende nicht auf Kosten derjenigen umgesetzt werden darf, die bereits von kolonialer Gewalt und Enteignung betroffen waren. Deutschland kann nicht glaubwürdig von nachhaltiger Transformation sprechen, solange neue Energiepartnerschaften koloniale Ungleichheiten fortschreiben statt historische Verantwortung ernst zu nehmen.“

Eindrücklich zeigten Vertretende internationaler Partnerschaften auf, dass lokale Gemeinschaften nicht ausreichend in Entscheidungen einbezogen werden, die ihre Lebensgrundlagen betreffen.

Die Teilnehmenden fordern, dass sowohl beim Ausbau erneuerbarer Energien als auch beim Abschluss neuer Rohstoff- und Energieprojekte die Rechte der lokalen Bevölkerung konsequent geachtet und Umweltfolgen minimiert werden. Transparenz, Mitbestimmung und faire Verteilung der Gewinne müssen dabei zentrale Leitlinien sein.

Die Veranstalter kündigten an, das Thema weiter zu vertiefen und den Dialog zwischen lokalen Initiativen, internationalen Partnern und politischen Entscheidungsträger*innen auszubauen. Denn klar ist: Eine wirklich nachhaltige Zukunft kann nur global gerecht gestaltet werden.

Weitere Informationen:

 

Veranstalter:

Erfolgreiche Handy-Sammelaktion im Landratsamt Böblingen

Das Landratsamt Böblingen hat sich im März 2026 (weiterer Termin Ende April in den Außenstellen Leonberg) an der Handy-Aktion Baden-Württemberg beteiligt. Angestoßen und realisiert wurde dies von der landratsamtsinternen Gruppe „mission E“. Ziel der Mitglieder, die aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung kommen, ist es, durch Informations- und Bewusstseinsbildungsaktionen zu mehr Energiesparen, Ressourcenschutz etc. im Landratsamt anzuregen.

Über das Sammelzentrum Sindelfingen wurde das Landratsamt Böblingen als Sammelstelle registriert, zunächst gab es zwei Abgabetermine. Vor der Kantine des Landratsamts konnten über die Mittagspause die Altgeräte abgegeben werden. Im Gegenzug bekamen die Kollegen Hintergrundinformationen zum Handykonsum und zur Handy-Aktion sowie eine Tafel Ritter-Sport-Schokolade (Hauptsitz in Waldenbuch im Landkreis Böblingen). Das Motto lautete „Alte gegen neue Energie“.

Für die ersten 270 Handys und 26 Tablets wurde mit einem Rechner der University of Plymouth („Whats in our Smartphones“, 2019) in etwa kalkuliert, wie viele Ressourcen wieder in den Kreislauf kommen (falls die Geräte nicht wiederverwendet werden). Diese Information wurde als eine Zwischenmeldung im Intranet veröffentlicht, um die Aktion in konkrete Zahlen umzuwandeln und damit weiter zu motivieren:

  • Silber (0,09 g/Gerät): 31,3 g
  • Gold (0,036 g/Gerät): 12,6 g
  • Kupfer (6 g/Gerät): 2,09 kg
  • Silizium (13 g/Gerät): 4,52 kg

Die ganze Aktion kam so gut an, dass sogar ein dritter Termin im Haupthaus des Landratsamts angeboten wurde. Bisher wurden so insgesamt 320 Handys und 26 Tablets abgegeben. Auf Nachfrage von den Außenstellen des Landratsamts in Leonberg wird es am 29. April eine weitere Aktion geben. Hier ist mit weiteren Geräten zu rechnen.

Online-Reihe „Handy-Treff um 5 vor 4“ | 14.07.2026 – Bildungsmaterialien zur Rohstoff-Studie

Workshop zu Ressourcengerechtigkeit, Feminismus und Frieden – 23. 04.2026, Tübingen

Im Rahmen der FAIRStrickt-Woche und unter dem Motto „Fairteilen. Macht. Mehr. Ressourcengerechtigkeit weltweit” findet am 23.04.2026 um 17 Uhr ein Workshop zum Thema Ressourcengerechtigkeit, Feminismus und Frieden statt.

Anschließend gibt es ab 19:00 Uhr eine KüFa und ein feministisches Ressourcenquiz.

Wann: 23.04. 26 von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Danach KüFa (Küche für Alle).

Wo: Frauencafé Achtbar im Frauenprojektzentrum. Weberstraße, 8 Tübingen West.

Link zur Anmeldung: https://bildung.fairapps.net/apps/forms/s/Y9NCRXfXgRkqpqso3cKQ9dJT

 

Der Workshop ist eine Kooperation zwischen Handy-Aktion Baden-Württemberg, BtE Baden-Württemberg, FAIRstrickt  und Amnesty  International Hochschulgruppe Tübingen.

 

Das gesamte Programm der FAIRstrickt Aktionswochen 2026:
Flyer FAIRstrickt 2026

Handy-Aktion und EPiZ gemeinsam auf der Messe Fair Handeln 2026

Die Handy-Aktion Baden-Württemberg ist in diesem Jahr gemeinsam mit dem Entwicklungspädagogischen Zentrum Reutlingen (EPiZ) auf der Messe Fair Handeln vertreten, die vom 9 bis zum 12. April 2026 in Stuttgart stattfindet.

Sie finden unseren Stand in Halle 7, Stand C38. Hier können sich die Besucherinnen und Besucher über die Aktivitäten der Handy-Aktion und des EPiZ informieren und Bildungsmaterialien wie den Rohstoff-Koffer und das Welt:Spiel anschauen und ausprobieren.
Natürlich können auch gebrauchte Mobiltelefone mitgebracht und die Handy-Sammelbox geworfen werden.

 

Ergänzend findet ein vielseitiges Programm mit Vorträgen und Fachtagen statt:

 

Welt:Bühne (Halle 7, 7B36)

Donnerstag, 9. April 2026

18:30-19:00 Uhr Mit dem Smartphone einmal um die Welt und zurück! (Ralf Häußler)

13:30-14:00 Uhr Die Mär einer solidarischen Welt (Nzimbu Cathy Plato, STUBE)

 

Freitag, 10. April 2026

12:30 Uhr Fairtrade-Schools Preis

14:00 – 18:00 Uhr  BNE Bildungsveranstaltung ,,Smart & Fair“: Rohstoffgerechtigkeit, globale Verantwortung und Bildungsarbeit (siehe unten)

 

Sonntag, 12. April 2026

12:15 – 13:15 Uhr Faltaktion von DEAB/Senbazuru (Lizbeth Chaparro)

 

BNE Bildungsveranstaltung ,,Smart & Fair“: Rohstoffgerechtigkeit, globale Verantwortung und Bildungsarbeit

Freitag, 10. April 2026
von 14 bis 18 Uhr
Auf der Messe Fair Handeln, Messepiazza 1, 70629 Stuttgart

Wie hängen Handy-Rohstoffe, Reparatur, Recycling, globale Gerechtigkeit und berufliche Bildung zusammen? Diese Fortbildung richtet sich u.a. an Weltläden, Lehrkräfte und Bildungsreferent*innen, die Nachhaltigkeit praxisnah vermitteln möchten. Freuen Sie sich auf inspirierende Impulse zu Rohstoff- und Ressourcengerechtigkeit, erprobte Bildungsmaterialien sowie konkrete Ideen rund um Reparatur, Recycling und verantwortungsbewusstes Handeln im Alltag und in der Bildungsarbeit.

Im Mittelpunkt stehen Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Entwicklung eines praxisnahen Bildungsmoduls. Eine ideale Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, neue Perspektiven zu gewinnen und Bildung für nachhaltige Entwicklung aktiv mitzugestalten.

Bei Anmeldung zu dieser Veranstaltung erhalten Sie einen Eintritt-Code für den Zugang zur Messe für diesen Tag. Für Verpflegung ist gesorgt.

Anmeldung:
https://eveeno.com/143680164

Kontakt: globales-lernen@deab.de

Diese Fachveranstaltung wird von der Handy-Aktion Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ und dem Projekt wir:GLOBAL (ein Kooperationsprojekt des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg DEAB e.V. und des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums EPiZ im Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V.) durchgeführt. Als zusätzlicher Impulsgeber ist INKOTA Netzwerk e.V. eingeladen.

 

 

Entwicklungspolitische Landeskonferenz

Samstag, 11. April 2026, 10:00 – 15:30 Uhr

Für eine weltoffene Gesellschaft: Migration, Teilhabe und globale Gerechtigkeit zusammendenken

Kongress West, Messe Stuttgart

 

Alle Informationen zu den Stuttgarter Frühjahrsmessen

Die Stuttgarter Frühjahrsmessen starten am Donnerstag, 9. April 2026 mit der Nacht der Sinne, die zum Probieren, Verkosten und Bummeln einlädt. Hier haben die Hallen der Fair Handeln, der Garten outdoor ambiente mit BBQ Days sowie des Markts des guten Geschmacks – die Slow Food Messe von 14 Uhr bis 22 Uhr geöffnet; die KREATIV, die i-Mobility sowie die Zukunft Haus bis 20 Uhr. Von Freitag bis Sonntag (25. bis 27. April) kommen die Yoga & Vegan World, die Biohacking Days sowie die Babymesse Babini hin zu. Alle Messen öffnen dann von 10 Uhr bis 18 Uhr ihre Tore.

Mit nur einem Ticket tauchen Besucherinnen und Besucher nach Ostern in die ganze Welt der Frühjahrsmessen ein. Die Tageskarte Wochentag kostet online 16 EUR (19 EUR vor Ort) und die Mittagskarte Wochentag ist für 9 EUR online (12 EUR vor Ort) zu haben. Am Wochenende kostet die Tageskarte online 18 EUR (21 EUR vor Ort) und die Mittagskarte 13 EUR online (16 EUR vor Ort). Alle Infos zum umfangreichen Programmangebot, den Tickets sowie weiteren Highlights gibt es unter www.messe-stuttgart.de/fruehjahrsmessen und auf Instagram @fruehjahrsmessen_stuttgart.

Bildungsveranstaltung ,,Smart & Fair“: Rohstoffgerechtigkeit, globale Verantwortung und Bildungsarbeit am 10.04.2026

BNE Bildungsveranstaltung ,,Smart & Fair“: Rohstoffgerechtigkeit, globale Verantwortung und Bildungsarbeit

Freitag, 10. April 2026
von 14 bis 18 Uhr
Auf der Messe Fair Handeln, Messepiazza 1, 70629 Stuttgart

Wie hängen Handy-Rohstoffe, Reparatur, Recycling, globale Gerechtigkeit und berufliche Bildung zusammen? Diese Fortbildung richtet sich u.a. an Weltläden, Lehrkräfte und Bildungsreferent*innen, die Nachhaltigkeit praxisnah vermitteln möchten. Freuen Sie sich auf inspirierende Impulse zu Rohstoff- und Ressourcengerechtigkeit, erprobte Bildungsmaterialien sowie konkrete Ideen rund um Reparatur, Recycling und verantwortungsbewusstes Handeln im Alltag und in der Bildungsarbeit.

Im Mittelpunkt stehen Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Entwicklung eines praxisnahen Bildungsmoduls. Eine ideale Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, neue Perspektiven zu gewinnen und Bildung für nachhaltige Entwicklung aktiv mitzugestalten.

Bei Anmeldung zu dieser Veranstaltung erhalten Sie einen Eintritt-Code für den Zugang zur Messe für diesen Tag. Für Verpflegung ist gesorgt.

Anmeldung:
https://eveeno.com/143680164

Kontakt: globales-lernen@deab.de

Diese Fachveranstaltung wird von der Handy-Aktion Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ und dem Projekt wir:GLOBAL (ein Kooperationsprojekt des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg DEAB e.V. und des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums EPiZ im Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V.) durchgeführt. Als zusätzlicher Impulsgeber ist INKOTA Netzwerk e.V. eingeladen.

Abschlussgottesdienst der Aktion „Handys als Kollekte“ in Pforzheim

Am Sonntag, dem 11. Januar, feierten die beiden evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg sowie die beiden katholischen (Erz-)Diözesen Freiburg und Rottenburg gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus in Pforzheim den Abschlussgottesdienst der ökumenischen Aktion „Handys als Kollekte“ in Baden-Württemberg. Der Gottesdienst zum Hochfest der Taufe des Herrn stand ganz im Zeichen der Schöpfungsverantwortung und des gemeinsamen Engagements für globale Gerechtigkeit.

In gelebter ökumenischer Verbundenheit wurde die Feier von Pfarrer Michael Starck (Evangelische Landeskirche in Baden) und Pfarrer Ralf Häußler (Evangelische Landeskirche in Württemberg) gemeinsam mit Pater Desmond Uche sowie dem missio-Referenten Ioan Brstiak gestaltet. Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst unter anderem vom Afrikanischen Chor der Gemeinde. Lesungen und Fürbitten wurden auf Deutsch, Französisch und Englisch vorgetragen und machten so die weltweite Dimension des Glaubens erfahrbar.

Kreuz aus Elektroschrott macht globale Zusammenhänge sichtbar

In seiner Einführung blickte Ioan Brstiak, missio-Referent, auf das Engagement der vergangenen Monate zurück. Zahlreiche Kirchengemeinden und zivilgesellschaftliche Einrichtungen hatten sich an der Aktion beteiligt und alte Handys gesammelt. Kleine Entscheidungen, so Brstiak, könnten wichtige Schritte hin zu mehr Gerechtigkeit sein. Besonders eindrücklich wurde dies am missio-Recyclingkreuz, das aus Elektroschrott gefertigt ist und beim Einzug mit vor den Altar getragen wurde. Das Kreuz macht globale Zusammenhänge sichtbar: Es steht für Leid und Ausbeutung im Rohstoffabbau, zugleich aber auch für Hoffnung und die Möglichkeit zur Umkehr. Aus Schuld und Verfehlung, so die christliche Hoffnung, kann neues verantwortungsvolles Handeln wachsen. Das Kreuz wurde bereits von Papst Leo XIV. gesegnet.

Pfarrer Michael Starck (Evangelische Landeskirche Baden, Ioan Brstiak (missio Diözese Rottenburg-Stuttgart), Pater Desmond Uche (Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus Pforzheim), Dorothée Kissel (Erzdiözese Freiburg) und Pfarrer Ralf Häußler (Evangelische Landeskirche in Württemberg) mit dem Recycling-Kreuz ( von links; Foto: missio)

Handy als Anschauungsobjekt

Pfarrer Ralf Häußler spannte in der Predigt einen weiten Bogen von der biblischen Schöpfung bis zum Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu – jener Zeitspanne, die auch den Rahmen der Handysammelaktion von der Schöpfungszeit bis zum Fest der Taufe des Herrn bildet. Ausgangspunkt war die Frage, warum sich Christinnen und Christen mit der Erde beschäftigen.

Am Beispiel des Goldes zeigte er, wie wichtig es ist, hinter den äußeren Glanz der Dinge zu schauen. Woher stammen die Gegenstände, die wir täglich benutzen? Als anschauliches Beispiel diente das Handy: In einem Smartphone stecken zahlreiche Rohstoffe wie Gold und seltene Erden, deren Abbau häufig mit schweren Umweltzerstörungen und massiven Menschenrechtsverletzungen einhergeht.

Deutlich benannte er die zerstörerischen Folgen des Rohstoffabbaus: Indigene Völker verlieren ihr Land, Chemikalien wie Quecksilber vergiften Flüsse und Seen, und zurück bleiben zerstörte Landschaften. Der Abbau findet meist dort statt, wo Umweltauflagen geringer sind, obwohl der Goldgehalt etwa in den Alpen teilweise ähnlich hoch ist wie in Regionen Perus. Der große Reichtum der Industrieländer steht dabei in starkem Kontrast zum Leid der Menschen in den Abbaugebieten.

Glaube ruft dazu auf, mutig zu handeln

Warum also diese Auseinandersetzung? Weil Bibel und Glaube dazu aufrufen. Häußler erinnerte an den Bund Gottes mit der ganzen Schöpfung, symbolisiert im Regenbogen: Gott schließt diesen Bund nicht nur mit den Menschen, sondern auch mit den Tieren und mit der ganzen Erde. Wir seien „mit der ganzen Erde Bündnisgenossen Gottes“. Die Erde habe von Gott eine eigene Lebenskraft erhalten und werde deshalb in lateinamerikanischen Kontexten auch als „Mutter Erde“ bezeichnet. Der biblische Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, sei kein Freibrief für Ausbeutung und Zerstörung.

Schließlich komme Gott selbst in diese Welt, um Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit lebendig zu halten: als Kind, mitten in der Schöpfung. Die Herrschaft Gottes beginne nicht erst fern von uns, sondern breche hier und jetzt unter uns an. Der Glaube rufe dazu auf, mutig zu handeln, für Gerechtigkeit einzustehen und den Weg der Nachfolge zu gehen.

Zur Kollekte wurden symbolisch alte Handys zum Altar gebracht als sichtbares Zeichen dafür, dass Verantwortung im Alltag beginnt und konkrete Konsequenzen haben kann. Den gemeinsamen Schlusssegen spendeten Pater Desmond Uche und Pfarrer Michael Starck.

Im Anschluss an den Gottesdienst war die Gemeinde zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. Ein herzlicher Dank gilt dem Vorbereitungsteam um Desmond Uche und Pastoralreferent Markus Schütz, dem afrikanischen Chor sowie allen Mitwirkenden und Unterstützenden der Aktion für ihr großes Engagement und ihre Gastfreundschaft.

Bis Ostern können noch alte Handys abgegeben werden

Die Aktion „Handys als Kollekte“ wird von Kirchen und Organisationen in Baden-Württemberg getragen. Gemeinsam mit ihren Partnern setzen sie sich für Nachhaltigkeit, globale Gerechtigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde ein.

Die Sammlung „Handys als Kollekte“ ist damit offiziell abgeschlossen, es ist aber noch bis Ostern möglich, alte Handys bei den Sammelstellen und -zentren abzugeben.

Eine Übersicht ist hier zu finden:
Handys als Kollekte