Workshop zu Ressourcengerechtigkeit, Feminismus und Frieden – 23. 04.2026, Tübingen

Im Rahmen der FAIRStrickt-Woche und unter dem Motto „Fairteilen. Macht. Mehr. Ressourcengerechtigkeit weltweit” findet am 23.04.2026 um 17 Uhr ein Workshop zum Thema Ressourcengerechtigkeit, Feminismus und Frieden statt.

Anschließend gibt es ab 19:00 Uhr eine KüFa und ein feministisches Ressourcenquiz.

Wann: 23.04. 26 von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Danach KüFa (Küche für Alle).

Wo: Frauencafé Achtbar im Frauenprojektzentrum. Weberstraße, 8 Tübingen West.

Link zur Anmeldung: https://bildung.fairapps.net/apps/forms/s/Y9NCRXfXgRkqpqso3cKQ9dJT

 

Der Workshop ist eine Kooperation zwischen Handy-Aktion Baden-Württemberg, BtE Baden-Württemberg, FAIRstrickt  und Amnesty  International Hochschulgruppe Tübingen.

 

Das gesamte Programm der FAIRstrickt Aktionswochen 2026:
Flyer FAIRstrickt 2026

Online-Reihe „Handy-Treff um 5 vor 4“ | 22.04.26 – Reparatur für die Rohstoffwende

Online-Reihe „Handy-Treff um 5 vor 4“

Wir laden Sie herzlich ein, Neues zu erfahren und sich mit uns für einen nachhaltigen und umweltgerechten Einsatz von Rohstoffen einzusetzen.
Jeweils um 5 vor 4 treffen wir uns online und bieten Ihnen neue Themen und Impulse rund um das Thema „Rohstoffe und Handys“.

 

Die nächsten Termine:

 

Mittwoch, 22. April 2026 , 15:55 – 17:00 Uhr  

Reparatur für die Rohstoffwende – Wie steht es um das Recht auf Reparatur?

Recycling ist gut – Reparatur ist besser! Denn durch die längere Nutzung unseres Handys können wir noch mehr Rohstoffe schonen.

Der Runde Tisch Reparatur e.V. setzt sich für ein neue Reparaturkultur in Deutschland ein. Um Ressourcen zu schonen, fordern sie ein herstellerunabhängiges Recht auf Reparatur für alle. Was sich mit der europäischen Richtlinie zum Recht auf Reparatur jetzt für Handynutzer*innen verändert – und wo noch mehr getan werden muss – das erklärt Katrin Meier vom Runden Tisch Reparatur im „Handytreff 5 vor 4“.

Referentin: Katrin Meyer, Runder Tisch Reparatur

Moderation: Theresa Utzig, Handyaktion Berlin-Brandenburg und Camila Rodríguez, Handy-Aktion BaWü.


Online via Zoom:  https://ejw-wuerttemberg-de.zoom.us/j/62930145427?pwd=HIWUQaU0UdQB9bekXGMPllPedQsaka.1

 

Dienstag, 14. Juli 2026, 15:55 – 17:00 Uhr

Bildungsmaterialien der Studie RoBW „Rohstoffbedarf Baden-Württemberg: Analyse, Risikobewertung und Zukunftskonzepte“

Referent*in: Maris Kodweiss (zugesagt)

Moderation: Rocío Rueda Ortiz, Programm BtE – EPiZ Reutlingen.

Eine Kooperation mit dem Projekt wir: GLOBAL vom DEAB

 

 

Bereits vergangene Folgen

 

Dienstag, 18. Februar 2025

Handy-Recycling wie geht das?
„Refurbishment oder Recycling – was passiert mit den gebrauchten Handys?“

Über das Telekom Handysammelcenter werden gemeinsam mit vielen Engagierten jährlich über 100.000 gebrauchte Handys und Smartphones gesammelt. Was passiert nach der Einsendung der Sammelboxen mit den mobilen Geräten und warum ist es nachhaltiger, diese „getrennt“ zu sammeln? Der Vortrag informiert darüber, welche metallischen Rohstoffe beim Recycling wiedergewonnen werden und was man unter „thermischen Recycling“ versteht. Darüber hinaus werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie es gelingen kann mehr Handys aus den Schubladen zu holen.

Referentin: Cornelia Szyszkowitz, Nachhaltigkeitsexpertin, Deutsche Telekom Technik

 

Dienstag, 13. Mai 2025

Sind jetzt bald alle Handys fair? – Lieferkettengesetz, Critical Raw Materials Act und Co.

Handys von Samsung und Apple werden in Deutschland mit Abstand am meisten genutzt. Mit deutlichem Abstand folgen Geräte von Xiaomi, Huawei, Google, Motorola und Asus. Die Lieferketten für die Herstellung sind nach wie vor stark intransparent. Was wissen wir dennoch (neues)? Werden die Smartphones dieser Hersteller dank der neuen Regulierungen wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder neuer EU-Richtlinien unterdessen fairer und ökologisch nachhaltiger produziert? Die Referentin gibt einen Überblick über den aktuellen Stand von Regulierungen für Menschenrechte in den Smartphone-Lieferketten.

Referentin: Anne Neumann, INKOTA-netzwerk e.V.

 

Dienstag, 27. Mai.2025

iFixit – Das Recht auf Reparatur, Anleitungen für Reparaturen, Bildungsansätze

iFixit ist die größte Online-Plattform mit kostenlosen Reparaturanleitungen für alles, geschrieben von allen. Ihr Ziel ist es, Menschen weltweit zu befähigen, ihre Dinge selbst zu reparieren. Deswegen setzt sich iFixit auch für das Recht auf Reparatur ein. Im Fokus dieser Veranstaltung stehen das Konzept und die Arbeit von iFixit  sowie die politische Arbeit  im Bereich „EU right to repair“.

Referent: Manuel Häussermann, iFixit

 

Dienstag, 03. Juni 2025

Der Bergbau im Osterzgebirge im globalen Kontext

Der Vortrag zeigt, wie der EU-Critical Raw Materials Act (CRMA) den Lithiumbergbau im Erzgebirge und in der angrenzenden Region Tschechiens neu belebt. Mit den Projekten Zinnwald Lithium (D) und Cínovec (CZ) entstehen neue Abbauvorhaben.
Gleichzeitig wächst der Widerstand von Bürgerinitiativen auf beiden Seiten der Grenze – vergleichbar mit Protesten im Globalen Süden. Der Promotor hat enge Kontakte zu diesen Gruppen aufgebaut und zeigt, wie daraus gemeinsame thematische Veranstaltungen hervorgegangen sind, die Rohstoffgerechtigkeit fördern und Kritik am globalen Rohstoffabbau üben. Exemplarisch zeigt sich hier, wie ähnliche Anliegen und Erfahrungen Akteure in Bergbaugebieten im globalen Norden und Süden miteinander verbinden. Dabei geht es nicht nur um lokale Folgen, sondern um den Kern des Problems: die Verantwortung der Industrieländer – insbesondere im Kontext politischer Entscheidungen, der E-Mobilität und sogenannter „grüner Technologien“, die neue Abhängigkeiten schaffen.

Referent: Oscar Choque, Fachpromotor für Ressourcengerechtigkeit in Sachsen

 

Dienstag, 16. September 2025

Handys sammeln mit Freddy Datenfresser

Seit Anfang Mai kooperieren die Handy-Aktionen Baden-Württemberg und Bayern mit dem neuen Handysammelsystem Freddy Datenfresser des rheinlandpfälzischen Inklusions- und Recyclingbetriebs JuRec IT. Geschäfsführer Matthias Juchum erklärt die Verarbeitungsprozesse und steht Rede und Antwort zu allen Fragen rund ums Handy-Recycling.

Referent: Matthias Juchum, Geschäftsführer Freddy Datenfresser/JuRec IT (freddy-datenfresser.de)

 

Dienstag, 21. Oktober 2025

Bildungsmaterialien zur Handy-Aktion und Rohstoffgerechtigkeit

Digital, global, gerecht?
Der interaktive Online-Vortrag gibt Einblicke in Bildungsmaterialien rund ums Smartphone – von Rohstoffabbau über Elektroschrott bis zu nachhaltiger Digitalisierung.
Mit Methoden aus den Handy-Aktionen Deutschland und globalen Perspektiven zeigt der Vortrag, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen spannend und alltagsnah gestaltet werden kann.

Referentin: Camila Rodriguez, Handy-Aktion Baden-Württemberg

Moderation: Rocío Rueda O./BtE Programm-EPiZ Reutlingen

 

Dienstag, 18. November 2025

Gold im Handy – funkelnd, wertvoll, zerstörerisch

Man sieht es nicht, man riecht es nicht: Es sind auch nur ein paar hundertstel Gramm Gold im Handy – und dennoch werden dafür große Mengen Gestein oder Sand bewegt und Umwelt und Menschen mit Giften kontaminiert. Bei sachgemäßem Verschrotten und Recyceln von Handys wird auch das Gold herausgelöst. 20 recycelte Handys können eine Tonne Gestein ersparen, das abgesprengt, abgebaggert, zerkleinert und mit giftiger Lauge versetzt würde. Wie es zugeht beim Goldabbau (in den Anden und an Amazonaszuflüssen) und was man bedenken sollte beim Verbrauch von Gold (für Handy, Zahn, Schmuck usw.) – das ist Thema des Vortrags. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zur Diskussion.

Referent: Dr. Hartmut Heidenreich, ehrenamtlich im Koordinationsteam der Kampagne Bergbau Peru, war zuletzt Direktor des Bildungswerks der Diözese Mainz

Moderation: Ulrike Lieber, DiMOE – Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung

 

Montag, 1. Dezember 2025

Kampf gegen Bergbau: Brumadinho und die Folgen – Die Katastrophe in der Eisenerz-Mine und die aktuelle Situation in Brasilien

Im brasilianischen Brumadinho brach im Januar 2019 der Damm eines Rückhaltebeckens einer Eisenerzmine, der kurz vorher von der brasilianischen Tochtergesellschaft des deutschen TÜV Süd noch als sicher deklariert wurde. Die Schlammlawine kostete 272 Menschen das Leben, drei weitere gelten als vermisst. Die juristische Aufarbeitung des Unglücks verzögert sich noch immer. Der Referent Bischof Dom Vicente Ferreira war damals in der betroffenen Region tätig und setzt sich auch heute in seinem neuen Wirkungsbereich gegen die Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen von Minenbetreibern ein. Er berichtet über die Situation der Menschen heute in Brumadinho und den aktuellen Kampf gegen Bergbau in Brasilien. Wie könnte ein starkes Lieferkettengesetz zu mehr Gerechtigkeit beitragen?

Für eine Übersetzung ist gesorgt.

Referent: Bischof Dom Vicente Ferreira, Brasilien

Moderation: Gisela Voltz, Handyaktion Bayern/Mission EineWelt

 

Donnerstag, 15. Januar 2026, 15:55 – 17:00Uhr

Online-Handytreff „5 vor 4“: Kreislaufwirtschaft in der weltweiten Praxis

Theresa Utzig von Inkota stellt die neue Inkota-Broschüre zu Kreislaufwirtschaft mit Beispielen aus der weltweiten Praxis vor. Kreislaufwirtschafts-Initiativen in verschiedenen Bereichen und Ländern machen so die Realität der sozial-ökologischen Transformation greifbar und erlebbar und können uns viele Impulse geben.

Referent: Theresa Utzig, Inkota

 

Mittwoch, 25. Februar 2026, 15:55 – 17:00 Uhr

Rohstoff-Raubbau in Amazonien. Über Rohstoff- und Klimapolitik
Die neue Broschüre „Erz gesucht, Amazonas verloren“ legt schonungslos offen, wie der wachsende Bedarf an metallischen Rohstoffen massive ökologische Zerstörung, Menschenrechtsverletzungen und soziale Konflikte im brasilianischen Amazonasgebiet mit sich bringt. Sie zeigt, wie die Lebensweisen indigener und lokaler Gemeinschaften unter dem Druck neuer Bergbauprojekte erheblich gefährdet sind und welche Rolle der globale Rohstoffbedarf, strukturelle Ungerechtigkeiten und politische Fehlanreize dabei spielen, diese zerstörerischen Prozesse weiter voranzutreiben. Der Vortrag lädt dazu ein, diese Dynamiken zu verstehen und politische Wege aufzuzeigen, wie eine rohstoffpolitische Wende gestaltet werden kann, die Umwelt, Menschenrechte und globale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt.

Referentin: Hannah Pilgrim, PowerShift e.V., Humangeographin und Sozialwissenschaftlerin

Moderation: Lilit Poghosyan, Trainee bei Mission EineWelt

Handy-Aktion und EPiZ gemeinsam auf der Messe Fair Handeln 2026

Die Handy-Aktion Baden-Württemberg ist in diesem Jahr gemeinsam mit dem Entwicklungspädagogischen Zentrum Reutlingen (EPiZ) auf der Messe Fair Handeln vertreten, die vom 9 bis zum 12. April 2026 in Stuttgart stattfindet.

Sie finden unseren Stand in Halle 7, Stand C38. Hier können sich die Besucherinnen und Besucher über die Aktivitäten der Handy-Aktion und des EPiZ informieren und Bildungsmaterialien wie den Rohstoff-Koffer und das Welt:Spiel anschauen und ausprobieren.
Natürlich können auch gebrauchte Mobiltelefone mitgebracht und die Handy-Sammelbox geworfen werden.

 

Ergänzend findet ein vielseitiges Programm mit Vorträgen und Fachtagen statt:

 

Welt:Bühne (Halle 7, 7B36)

Donnerstag, 9. April 2026

18:30-19:00 Uhr Mit dem Smartphone einmal um die Welt und zurück! (Ralf Häußler)

13:30-14:00 Uhr Die Mär einer solidarischen Welt (Nzimbu Cathy Plato, STUBE)

 

Freitag, 10. April 2026

12:30 Uhr Fairtrade-Schools Preis

14:00 – 18:00 Uhr  BNE Bildungsveranstaltung ,,Smart & Fair“: Rohstoffgerechtigkeit, globale Verantwortung und Bildungsarbeit (siehe unten)

 

Sonntag, 12. April 2026

12:15 – 13:15 Uhr Faltaktion von DEAB/Senbazuru (Lizbeth Chaparro)

 

BNE Bildungsveranstaltung ,,Smart & Fair“: Rohstoffgerechtigkeit, globale Verantwortung und Bildungsarbeit

Freitag, 10. April 2026
von 14 bis 18 Uhr
Auf der Messe Fair Handeln, Messepiazza 1, 70629 Stuttgart

Wie hängen Handy-Rohstoffe, Reparatur, Recycling, globale Gerechtigkeit und berufliche Bildung zusammen? Diese Fortbildung richtet sich u.a. an Weltläden, Lehrkräfte und Bildungsreferent*innen, die Nachhaltigkeit praxisnah vermitteln möchten. Freuen Sie sich auf inspirierende Impulse zu Rohstoff- und Ressourcengerechtigkeit, erprobte Bildungsmaterialien sowie konkrete Ideen rund um Reparatur, Recycling und verantwortungsbewusstes Handeln im Alltag und in der Bildungsarbeit.

Im Mittelpunkt stehen Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Entwicklung eines praxisnahen Bildungsmoduls. Eine ideale Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, neue Perspektiven zu gewinnen und Bildung für nachhaltige Entwicklung aktiv mitzugestalten.

Bei Anmeldung zu dieser Veranstaltung erhalten Sie einen Eintritt-Code für den Zugang zur Messe für diesen Tag. Für Verpflegung ist gesorgt.

Anmeldung:
https://eveeno.com/143680164

Kontakt: globales-lernen@deab.de

Diese Fachveranstaltung wird von der Handy-Aktion Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ und dem Projekt wir:GLOBAL (ein Kooperationsprojekt des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg DEAB e.V. und des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums EPiZ im Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V.) durchgeführt. Als zusätzlicher Impulsgeber ist INKOTA Netzwerk e.V. eingeladen.

 

 

Entwicklungspolitische Landeskonferenz

Samstag, 11. April 2026, 10:00 – 15:30 Uhr

Für eine weltoffene Gesellschaft: Migration, Teilhabe und globale Gerechtigkeit zusammendenken

Kongress West, Messe Stuttgart

 

Alle Informationen zu den Stuttgarter Frühjahrsmessen

Die Stuttgarter Frühjahrsmessen starten am Donnerstag, 9. April 2026 mit der Nacht der Sinne, die zum Probieren, Verkosten und Bummeln einlädt. Hier haben die Hallen der Fair Handeln, der Garten outdoor ambiente mit BBQ Days sowie des Markts des guten Geschmacks – die Slow Food Messe von 14 Uhr bis 22 Uhr geöffnet; die KREATIV, die i-Mobility sowie die Zukunft Haus bis 20 Uhr. Von Freitag bis Sonntag (25. bis 27. April) kommen die Yoga & Vegan World, die Biohacking Days sowie die Babymesse Babini hin zu. Alle Messen öffnen dann von 10 Uhr bis 18 Uhr ihre Tore.

Mit nur einem Ticket tauchen Besucherinnen und Besucher nach Ostern in die ganze Welt der Frühjahrsmessen ein. Die Tageskarte Wochentag kostet online 16 EUR (19 EUR vor Ort) und die Mittagskarte Wochentag ist für 9 EUR online (12 EUR vor Ort) zu haben. Am Wochenende kostet die Tageskarte online 18 EUR (21 EUR vor Ort) und die Mittagskarte 13 EUR online (16 EUR vor Ort). Alle Infos zum umfangreichen Programmangebot, den Tickets sowie weiteren Highlights gibt es unter www.messe-stuttgart.de/fruehjahrsmessen und auf Instagram @fruehjahrsmessen_stuttgart.

Bildungsveranstaltung ,,Smart & Fair“: Rohstoffgerechtigkeit, globale Verantwortung und Bildungsarbeit am 10.04.2026

BNE Bildungsveranstaltung ,,Smart & Fair“: Rohstoffgerechtigkeit, globale Verantwortung und Bildungsarbeit

Freitag, 10. April 2026
von 14 bis 18 Uhr
Auf der Messe Fair Handeln, Messepiazza 1, 70629 Stuttgart

Wie hängen Handy-Rohstoffe, Reparatur, Recycling, globale Gerechtigkeit und berufliche Bildung zusammen? Diese Fortbildung richtet sich u.a. an Weltläden, Lehrkräfte und Bildungsreferent*innen, die Nachhaltigkeit praxisnah vermitteln möchten. Freuen Sie sich auf inspirierende Impulse zu Rohstoff- und Ressourcengerechtigkeit, erprobte Bildungsmaterialien sowie konkrete Ideen rund um Reparatur, Recycling und verantwortungsbewusstes Handeln im Alltag und in der Bildungsarbeit.

Im Mittelpunkt stehen Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Entwicklung eines praxisnahen Bildungsmoduls. Eine ideale Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, neue Perspektiven zu gewinnen und Bildung für nachhaltige Entwicklung aktiv mitzugestalten.

Bei Anmeldung zu dieser Veranstaltung erhalten Sie einen Eintritt-Code für den Zugang zur Messe für diesen Tag. Für Verpflegung ist gesorgt.

Anmeldung:
https://eveeno.com/143680164

Kontakt: globales-lernen@deab.de

Diese Fachveranstaltung wird von der Handy-Aktion Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ und dem Projekt wir:GLOBAL (ein Kooperationsprojekt des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg DEAB e.V. und des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums EPiZ im Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V.) durchgeführt. Als zusätzlicher Impulsgeber ist INKOTA Netzwerk e.V. eingeladen.

Abschlussgottesdienst der Aktion „Handys als Kollekte“ in Pforzheim

Am Sonntag, dem 11. Januar, feierten die beiden evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg sowie die beiden katholischen (Erz-)Diözesen Freiburg und Rottenburg gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus in Pforzheim den Abschlussgottesdienst der ökumenischen Aktion „Handys als Kollekte“ in Baden-Württemberg. Der Gottesdienst zum Hochfest der Taufe des Herrn stand ganz im Zeichen der Schöpfungsverantwortung und des gemeinsamen Engagements für globale Gerechtigkeit.

In gelebter ökumenischer Verbundenheit wurde die Feier von Pfarrer Michael Starck (Evangelische Landeskirche in Baden) und Pfarrer Ralf Häußler (Evangelische Landeskirche in Württemberg) gemeinsam mit Pater Desmond Uche sowie dem missio-Referenten Ioan Brstiak gestaltet. Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst unter anderem vom Afrikanischen Chor der Gemeinde. Lesungen und Fürbitten wurden auf Deutsch, Französisch und Englisch vorgetragen und machten so die weltweite Dimension des Glaubens erfahrbar.

Kreuz aus Elektroschrott macht globale Zusammenhänge sichtbar

In seiner Einführung blickte Ioan Brstiak, missio-Referent, auf das Engagement der vergangenen Monate zurück. Zahlreiche Kirchengemeinden und zivilgesellschaftliche Einrichtungen hatten sich an der Aktion beteiligt und alte Handys gesammelt. Kleine Entscheidungen, so Brstiak, könnten wichtige Schritte hin zu mehr Gerechtigkeit sein. Besonders eindrücklich wurde dies am missio-Recyclingkreuz, das aus Elektroschrott gefertigt ist und beim Einzug mit vor den Altar getragen wurde. Das Kreuz macht globale Zusammenhänge sichtbar: Es steht für Leid und Ausbeutung im Rohstoffabbau, zugleich aber auch für Hoffnung und die Möglichkeit zur Umkehr. Aus Schuld und Verfehlung, so die christliche Hoffnung, kann neues verantwortungsvolles Handeln wachsen. Das Kreuz wurde bereits von Papst Leo XIV. gesegnet.

Pfarrer Michael Starck (Evangelische Landeskirche Baden, Ioan Brstiak (missio Diözese Rottenburg-Stuttgart), Pater Desmond Uche (Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus Pforzheim), Dorothée Kissel (Erzdiözese Freiburg) und Pfarrer Ralf Häußler (Evangelische Landeskirche in Württemberg) mit dem Recycling-Kreuz ( von links; Foto: missio)

Handy als Anschauungsobjekt

Pfarrer Ralf Häußler spannte in der Predigt einen weiten Bogen von der biblischen Schöpfung bis zum Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu – jener Zeitspanne, die auch den Rahmen der Handysammelaktion von der Schöpfungszeit bis zum Fest der Taufe des Herrn bildet. Ausgangspunkt war die Frage, warum sich Christinnen und Christen mit der Erde beschäftigen.

Am Beispiel des Goldes zeigte er, wie wichtig es ist, hinter den äußeren Glanz der Dinge zu schauen. Woher stammen die Gegenstände, die wir täglich benutzen? Als anschauliches Beispiel diente das Handy: In einem Smartphone stecken zahlreiche Rohstoffe wie Gold und seltene Erden, deren Abbau häufig mit schweren Umweltzerstörungen und massiven Menschenrechtsverletzungen einhergeht.

Deutlich benannte er die zerstörerischen Folgen des Rohstoffabbaus: Indigene Völker verlieren ihr Land, Chemikalien wie Quecksilber vergiften Flüsse und Seen, und zurück bleiben zerstörte Landschaften. Der Abbau findet meist dort statt, wo Umweltauflagen geringer sind, obwohl der Goldgehalt etwa in den Alpen teilweise ähnlich hoch ist wie in Regionen Perus. Der große Reichtum der Industrieländer steht dabei in starkem Kontrast zum Leid der Menschen in den Abbaugebieten.

Glaube ruft dazu auf, mutig zu handeln

Warum also diese Auseinandersetzung? Weil Bibel und Glaube dazu aufrufen. Häußler erinnerte an den Bund Gottes mit der ganzen Schöpfung, symbolisiert im Regenbogen: Gott schließt diesen Bund nicht nur mit den Menschen, sondern auch mit den Tieren und mit der ganzen Erde. Wir seien „mit der ganzen Erde Bündnisgenossen Gottes“. Die Erde habe von Gott eine eigene Lebenskraft erhalten und werde deshalb in lateinamerikanischen Kontexten auch als „Mutter Erde“ bezeichnet. Der biblische Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, sei kein Freibrief für Ausbeutung und Zerstörung.

Schließlich komme Gott selbst in diese Welt, um Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit lebendig zu halten: als Kind, mitten in der Schöpfung. Die Herrschaft Gottes beginne nicht erst fern von uns, sondern breche hier und jetzt unter uns an. Der Glaube rufe dazu auf, mutig zu handeln, für Gerechtigkeit einzustehen und den Weg der Nachfolge zu gehen.

Zur Kollekte wurden symbolisch alte Handys zum Altar gebracht als sichtbares Zeichen dafür, dass Verantwortung im Alltag beginnt und konkrete Konsequenzen haben kann. Den gemeinsamen Schlusssegen spendeten Pater Desmond Uche und Pfarrer Michael Starck.

Im Anschluss an den Gottesdienst war die Gemeinde zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. Ein herzlicher Dank gilt dem Vorbereitungsteam um Desmond Uche und Pastoralreferent Markus Schütz, dem afrikanischen Chor sowie allen Mitwirkenden und Unterstützenden der Aktion für ihr großes Engagement und ihre Gastfreundschaft.

Bis Ostern können noch alte Handys abgegeben werden

Die Aktion „Handys als Kollekte“ wird von Kirchen und Organisationen in Baden-Württemberg getragen. Gemeinsam mit ihren Partnern setzen sie sich für Nachhaltigkeit, globale Gerechtigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde ein.

Die Sammlung „Handys als Kollekte“ ist damit offiziell abgeschlossen, es ist aber noch bis Ostern möglich, alte Handys bei den Sammelstellen und -zentren abzugeben.

Eine Übersicht ist hier zu finden:
Handys als Kollekte

Gerechte Ressourcenpolitik ist möglich – Neue Rohstoff-Studie für Baden-Württemberg vorgestellt

Lithium, Kobalt und Co. – Baden-Württemberg hat einen überdurchschnittlich hohen Bedarf an weltweit begehrten metallischen Rohstoffen. Die neue Studie „Rohstoffbedarf Baden-Württemberg: Analyse, Risikobewertung und Zukunftskonzepte“ dokumentiert Zahlen zum Rohstoffbedarf Baden-Württembergs sowie die gravierenden Auswirkungen des Rohstoffabbaus in ausgewählten Herkunftsländern. Kann die baden-württembergische Politik angesichts massiver Menschenrechtsverletzungen für mehr Gerechtigkeit in der Rohstoffbeschaffung sorgen? Antworten fand die Entwicklungspolitische Herbstkonferenz des Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e. V. (DEAB) am 17. November 2025 unter dem Titel „„Zukunftsfähige Ressourcenpolitik unter Berücksichtigung von Rohstoffgerechtigkeit“ mit Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Landtagsabgeordneten sowie Expert*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen und zahlreichen Gästen.

Nzimbu Cathy Plato, Vorständin des DEAB, verwies angesichts des Minenunglücks im Kongo am vergangenen Freitag mit über 100 Toten auf die Dringlichkeit der Rohstoffwende und verlieh ihrem Wunsch Ausdruck, dass die Studienergebnisse nicht versanden, sondern als Grundlage für eine Strategie hin zu einer gerechten Ressourcenpolitik dienen mögen.

Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, betonte in seiner einführenden Rede die hohe Bedeutung der Ressourceneffizienzstrategie des Landes. „Wir müssen das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch entkoppeln“, sagte Baumann. Aufgabe der Politik müsse es sein, dafür zu sorgen, dass es billiger und einfacher wird, Rohstoffe im Kreislauf zu führen als neu gewonnene einzusetzen. „Wir sollten auch möglichst viele Rohstoffe im Land gewinnen. Das macht uns unabhängiger“, so Baumann. „Es ist darüber hinaus ungerecht, anderen unseren ökologischen Rucksack vor die Tür zu stellen.“

Sonja Limberger, ifeu-Institut, stellte die Ergebnisse der Studie vor: Baden-Württemberg hat einen, im Vergleich zur Bundesebene, überdurchschnittlich hohen Bedarf an Rohstoffen. Insbesondere metallische Rohstoffe werden ausschließlich importiert. Fünf metallische Rohstoffe konnten als Schlüsselrohstoffe identifiziert werden: Lithium und Kobalt, die für die Herstellung von Batterien von enormer strategischer Bedeutung sind sowie Kupfer, Aluminium und Wolfram, die essenziell sind für die Elektrotechnik und den Maschinenbau. Interviews mit betroffenen Menschen und Expert*innen beschreiben die Situation in den Abbauregionen. „Es war für mich erschütternd zu hören, wie sich das Leben in den Bergbauregionen gestaltet“, so Limberger. Die Interviewpartner*innen berichteten von Vertreibungen, sexualisierter Gewalt bis hin zu Mord. Auch Wasser und Umwelt leiden.

 

Baden-Württemberg – aktiv für mehr Rohstoffgerechtigkeit

 

Die Studie erarbeitete Handlungsempfehlungen für die Politik. Dazu zählen u.a. klare politische Rahmenbedingungen wie das Lieferkettengesetz sowie Maßnahmen wie die Senkung des Primärrohstoffbedarfs oder der direkte Dialog mit den Betroffenen der Abbauregionen. Felix Roll, Werkstatt Ökonomie, setzte den Schwerpunkt auf eine nachhaltige Beschaffung: „Die Öffentliche Beschaffung macht 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Das ist ein sehr starker Hebel zur Durchsetzung von sozialen und ökologischen Kriterien.“ Ein Landeskompetenzzentrum, wie in anderen Bundesländern bereits vorhanden, könnte die Beschaffer*innen der Kommunen mit Fachwissen unterstützen. Und in einem Landesvergabegesetz könnten soziale und ökologische Kriterien für sensible Produkte verbindlich aufgenommen werden.

Sebastian Cuny, MdL (SPD) stimmte zu: „Das Land Baden-Württemberg muss ein Vorbild sein im Bereich der nachhaltigen Beschaffung.“ Wichtig sei es, die Wirtschaft einzubeziehen mit dem Ziel, dass sie den Bereich Rohstoffgerechtigkeit bei ihrer Beschaffung und Produktion mitdenke. Darüber hinaus brauche es einen Bewusstseinswandel bei den Konsument*innen im Hinblick auf mehr nachhaltigen und fairen Konsum und einen bewussteren Umgang mit den begrenzten Ressourcen. „Wir müssen dafür insbesondere die entwicklungspolitische Bildungsarbeit und die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung sowie die wertvolle Arbeit der zivilgesellschaftlichen Organisationen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit in Baden-Württemberg stärken, auch durch mehr strukturelle Förderung.“

Thomas Marwein, MdL (Grüne) sagte: „Neben unserer „Landesstrategie Ressourceneffizienz“, die seit 2016 einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit für Baden-Württemberg leistet, müssen wir zukünftig mehr die Menschenrechtssituation und die Umweltzerstörung in den Abbauregionen sowie die nachhaltige Beschaffung in unserem Land in den Fokus nehmen.“

Dr. Albrecht Schütte, MdL (CDU) machte klar, dass ein großer Einfluss des Landes zur Vermeidung von sozialen und ökologischen Missständen in einer Erhöhung der Recyclingquote bestehe: „Und gerade hier sind wir als Baden-Württemberg in der Forschung spitze. Das wollen wir weiter ausbauen und so den Bedarf an Rohstoffen minimieren.“

Die Landtagsabgeordneten stellten klar: Mittelbar könne Baden-Württemberg die Situation in den Abbauregionen nicht beeinflussen. Die Diskussion zeigte jedoch, dass das Land zahlreiche Möglichkeiten hat, für einen geringeren Verbrauch an Ressourcen und für mehr Fairness in der Rohstoffbeschaffung zu sorgen.

Die Ergebnisse der Studie werden in den kommenden Wochen veröffentlicht werden und sind dann der Öffentlichkeit zugänglich.

 

Hintergrundinformationen

Die Studie: Die Studie „Rohstoffbedarf Baden-Württemberg: Analyse, Risikobewertung und Zukunftskonzepte“ soll in einem ersten Schritt einen Überblick liefern über den Rohstoffverbrauch und -bedarf in Baden-Württemberg. Darauf aufbauend soll sie ermitteln, welche Menschenrechtsverstöße und Umweltzerstörungen der Abbau und die Verarbeitung dieser Rohstoffe mit sich bringt. Mit diesen wissenschaftlichen Ergebnissen kann die Studie als Grundlage dienen, um Politik, Unternehmen und die breite Bevölkerung auf die Notwendigkeit einer Rohstoffwende aufmerksam zu machen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Studie wird gemeinschaftlich vom Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB), dem ifeu-Institut Heidelberg und der Werkstatt Ökonomie durchgeführt und vom Umweltministerium Baden-Württemberg finanziert.

 

Das ist der DEAB180 entwicklungspolitische Organisationen und Netzwerke in Baden-Württemberg, insgesamt über 400 Gruppen und Organisationen, bilden den Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB). Zentrale Aufgaben des 1975 gegründeten Dachverbands sind die Förderung seiner Mitglieder und die politische Vertretung ihrer Anliegen gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Der DEAB ist Herausgeber des Journals Südzeit und Träger des Eine Welt-Promotor*innen-Programms sowie des Interkulturellen Promotor*innen-Programms. Information: www.deab.de

HandyHeld*innen: Gemeinsam für den Planeten

Schülerinnen und Schüler der Hermann-Hesse-Realschule Göppingen erforschen globale Zusammenhänge rund ums Smartphone

Wie hängt mein Smartphone mit dem Klimawandel, Kinderarbeit oder fairen Löhnen zusammen? Und was kann ich selbst tun, um nachhaltiger mit Technik umzugehen?
Diesen Fragen gingen rund 270 Schüler*innen der Klassenstufen 5 bis 7 beim Aktionstag „HandyHeld*innen: Gemeinsam für den Planeten“ an der Hermann-Hesse-Realschule Göppingen nach.

Unter der Koordination des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) und des Kreismedienzentrums Göppingen (KMZ GP) wurde der Tag in Kooperation mit der Handy-Aktion Baden-Württemberg sowie zahlreichen Initiativen und Bildungsakteur*innen umgesetzt.
Zum Bündnis gehörten: Jugend trifft Politik (DEAB), der Diözese Rottenburg-Stuttgart (DRS), die Stadt Göppingen, das Landratsamt Göppingen, Bildungsreferent*innen von DiMÖESTUBE und BtE sowie das Repair Café.

 

Warum „HandyHeld*innen“?

Der Titel des Tages war Programm: „HandyHeld*innen“ steht für all jene, die Verantwortung übernehmen – im Kleinen wie im Großen. Ziel war es, jungen Menschen zu zeigen, dass jede und jeder zum „Handy-Helden“ werden kann: durch Reparieren statt Wegwerfen, bewussten Konsum und kritisches Hinterfragen der digitalen Welt.

„Handys sind ein Symbol unserer globalisierten Welt – sie verbinden uns, aber sie verbinden uns auch mit den Herausforderungen anderer Regionen. Genau dieses Bewusstsein wollen wir fördern“, so Stefan Raaf, Leiter des Kreismedienzentrums Göppingen.

 

Workshops mit Herz, Verstand und Werkzeug

In vielfältigen Workshops setzten sich die Jugendlichen mit nachhaltiger Digitalisierung, Rohstoffgerechtigkeit, Reparaturkultur und globalen Lieferketten auseinander.
Sie entwickelten kreative Chatbots, bauten Recycling-Roboter, nahmen eine Radiosendung auf und entdeckten in praktischen Übungen, wie sich Handys reparieren lassen.

„Das Tolle war zu sehen, wie viel Neugier, Gestaltungswille und Motivation in den Jugendlichen steckt. Die Schüler*innen waren mit echter Freude und Begeisterung bei der Sache und haben sich mit großem Interesse auf die Themen eingelassen“, sagte Simone Dinse de Salas von der Religionspädagogischen Koordinierungsstelle (DRS). Auch Martin Ruoff vom Repair-Café Ebersbach zeigte sich beeindruckt: „Wenn Schüler*innen zum ersten Mal selbst ein Gerät öffnen und verstehen, wie und was repariert werden kann, entsteht eine Beziehung zu jenem Gegenstand und ein Bewusstsein für Wertschätzung und Nachhaltigkeit kann sich entwickeln.“
Die Themen reichten von globaler Gerechtigkeit und Recycling über faire Lieferketten bis hin zu Gesundheit, Medienkompetenz und Digitalisierung.

Höhepunkt: Politik auf Empfang – Jugendliche im direkten Dialog mit Politiker*innen

Zum Abschluss des Tages trafen die Jugendlichen in einem eigens entwickelten Format, „Politik auf Empfang“, auf Politiker*innen aus der Region.
Nach einem kurzen Einstieg in Form eines Quizes mit den Schülersprecher*innen ging es in den direkten Austausch: In kleinen Gesprächsinseln diskutierten Schüler*innen und Politiker*innen auf Augenhöhe über Nachhaltigkeit, Digitalisierung und politische Verantwortung.

Mit dabei waren:

  • Sarah Schweizer, MdL (CDU), Sprecherin für Wald-, Forst- und Jagdpolitik, Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Göppingen
  • Ayla Cataltepe, MdL (CDU), Sprecherin für Integration sowie für Islam, Politischer Islam und Islamismus
  • Mariska Ott, Landtagskandidatin Bündnis 90/Die Grünen
  • Sabrina Hartmann, SPD-Kreisvorsitzende und Landtagskandidatin
  • Peter Köber, stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP, Landtagskandidat im Wahlkreis Göppingen
  • Daniel Requard, Konrektor der Hermann-Hesse-Realschule

Der Austausch zeigte deutlich, dass junge Menschen viele Fragen an die Politik haben und sich keineswegs scheuen, diese auch direkt zu stellen. Die Gespräche waren lebendig, offen und von echtem Interesse geprägt.
An mehreren Gesprächsinseln entstand so viel Austausch, dass die Zeit am Ende kaum ausreichte. Viele Schüler*innen äußerten, sie hätten sich gerne noch länger mit den Politiker*innen unterhalten.
Auch von politischer Seite kam positive Resonanz: Das Format wurde als erfrischend, nahbar und dialogorientiert beschrieben – ganz anders als klassische Podiumsdiskussionen.

 

Ein Tag für globale Verantwortung und lokales Engagement

Der Aktionstag verband Bildung, Kreativität und Engagement auf inspirierende Weise.
Die Schüler*innen lernten, dass Nachhaltigkeit nicht bei der Mülltrennung endet, sondern bei jeder Kaufentscheidung beginnt und dass globale Gerechtigkeit im Alltag erfahrbar wird.

„Es war beeindruckend zu erleben, wie die Schüler*innen Verantwortung übernehmen, kritisch fragen und eigene Ideen entwickeln. Das zeigt, wie viel Potenzial in schulischer Bildungsarbeit steckt, wenn globale Themen erfahrbar werden“, so Camila Rodriguez von der Handy-Aktion Baden-Württemberg.

Die Organisator*innen planen, den HandyHeld*innentag künftig auch an weiteren Schulen in Baden-Württemberg durchzuführen.
Interessierte Bildungseinrichtungen oder lokale Partner*innen können sich gerne für eine Kooperation beim DEAB, der Handy-Aktion Baden-Württemberg oder dem Kreismedienzentrum Göppingen melden.

Neu: Kinderbroschüre „Frida, die Rohstoffdetektivin“

„Frida ist Rohstoff-Detektivin und ein neugieriges, liebes Wesen mit einer wichtigen Mission. Sie will herausfinden: Wo kommen die Rohstoffe im Handy her? Wer baut sie ab? Und was passiert, wenn Handys alt sind und nicht mehr gebraucht werden? Mit diesem Heft begleiten wir Frida auf ihrer Reise von Deutschland in den Kongo zu den Minen, in denen Rohstoffe für die ganze Welt abgebaut werden bis nach Ghana, wo Elektroschrott – auch aus Deutschland – gelagert wird. Frida lernt Kinder in diesen Ländern kennen, die von einer besseren Zukunft träumen und trifft nach ihrer Rückkehr auf Freddy, der ihr beim Sammeln von alten Handys und Tablets hilft. Gemeinsam mit den Kindern in der Schulklasse entwickeln sie tolle Ideen und laden uns ein, mitzumachen.

Zielgruppe: Kinder von 6 – 12 Jahren

Hintergrundinformationen: Das Heft „Frida, die Rohstoff-Detektivin und der ungelöste Fall der Handy-Müllhalde“ wird von der Handy-Aktion Baden-Württemberg, JuRec-IT/Freddy-Datenfresser in Landau, Brot für die Welt und der missio-Diözesanstelle Rottenburg-Stuttgart, den beiden evangelischen Landeskirchen und katholischen Diözesen in Baden-Württemberg, dem Diakonischen Werk in Baden-Württemberg, Mission Eine Welt Bayern und dem Studienbegleitprogramm für ausländische Studierende / Stube herausgegeben. Das von Ilona Koglin (Text & Layout) und Rocío Rueda Ortiz (Illustration) liebevoll gestaltete DIN A5 Heftchen hat 20 Seiten.

Download des Heftes 

Auch analog bestellbar über Ralf Häußler –  

Ökumenische Aktion „Handys als Kollekte“ erfolgreich gestartet – Zahlreiche Sammelstellen in ganz Baden-Württemberg

Die ökumenische Aktion „Handys als Kollekte“ ist im vollen Gange! Seit dem 1. September 2025 rufen die Evangelischen Landeskirchen und Katholischen Diözesen in Baden-Württemberg gemeinsam mit missio Aachen und der Handy-Aktion Baden-Württemberg dazu auf, gebrauchte und nicht mehr verkäufliche Handys, Smartphones und Tablets zu sammeln und einer sinnvollen Wiederverwertung zuzuführen.

Schon jetzt beteiligen sich zahlreiche Kirchengemeinden, Schulen, Vereine und Organisationen im ganzen Land. Überall in Baden-Württemberg finden sich Sammelstellen und Sammelzentren, an denen alte Geräte abgegeben werden können. Eine digitale Übersicht der Sammelorte steht unter www.freddy-datenfresser.de/#sammelboxen zur Verfügung.

Die Firma JuRec-IT in Landau sorgt für die zertifizierte Datenlöschung, die sichere Sammellogistik sowie das Recycling oder die Wiederaufbereitung verwertbarer Geräte und Materialien. So werden wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer und Palladium zurückgewonnen.

Pro gespendetem Handy erhalten die kirchlichen Hilfswerke missio Aachen und Brot für die Welt einen finanziellen Beitrag zur Unterstützung ihrer Projektpartnerinnen und -partner im Globalen Süden – etwa in Ghana und in der Demokratischen Republik Kongo. Dort fördern sie Bildungs-, Gesundheits- und Sozialprojekte, die Kindern und Familien neue Perspektiven eröffnen und eine nachhaltige Gesundheitsversorgung stärken.

Mit der Aktion „Handys als Kollekte“ zeigen Kirchengemeinden und Engagierte in Baden-Württemberg, wie ausgediente Handys Rohstoffe zurückgewinnen, Menschen unterstützen und Bewusstsein für globale Verantwortung schaffen können.

 

Weitere Informationen

Global. Solidarisch. Gerecht: Berufsschüler*innen gestalten Zukunft beim DEAB-Kongress „Global Eyes 2025“

Mechatronikerinnen, Modedesigner oder Lackiererinnen – die Auszubildenden von heute werden schon bald die Arbeitswelt von morgen mitbestimmen. Wie nachhaltig wird diese sein? Werden die zukünftigen Fachkräfte auf globale Herausforderungen wie die Klimakrise angemessen reagieren können und werden sie demokratische Werte hochhalten? Der siebte Kongress „Global Eyes –dein Blick auf die Zukunft zählt!“ am 18. Juli 2025 bot den rund 250 Schüler*innen und Lehrkräften beruflicher Schulen einen bunten Strauß an Instrumenten und Anregungen, um den künftigen gesellschaftlichen und globalen Anforderungen gerecht werden zu können. Mit einem vielfältigen Programm rückte der Kongress des Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. (DEAB) im Stuttgarter Rathaus für einen Tag Fragen globaler (Klima-)Gerechtigkeit in den Fokus.

Eindrücke vom Kongress Global Eyes

Es war bunt, es war laut, es wurde gesungen und gestaunt. Vor allem aber wurde diskutiert und über Fragen einer zukunftsfähigen und global gerechten Welt nachgedacht. Stuttgarts Bürgermeisterin Isabel Fezer und Ministerialdirigent Martin Sabelhaus (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport) führten in den Kongress ein. Sie betonten die Bedeutung der Bildungsveranstaltung Global Eyes und die Verantwortung der Schulen. „BNE ist nicht nur eine Frage der Bildungspolitik, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Sabelhaus. In einer sich ständig wandelnden Welt sei es wichtig, junge Menschen zu befähigen, kritisch zu denken, gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und aktiv an einer gerechten und nachhaltigen Gesellschaft mitzuwirken. Auch Bürgermeisterin Fezer sagte: „Die heutige Veranstaltung Global Eyes zeigt eindrucksvoll, wie engagierte junge Menschen und starke Kooperationspartner gemeinsam Verantwortung für eine nachhaltige und gerechte Zukunft übernehmen.“

Schirmfrau Kultusministerin Theresa Schopper hob den Stellenwert des Kongresses hervor: „Global Eyes in Stuttgart bringt engagierte junge Menschen aus beruflichen Schulen zusammen, die sich mit Klimaschutz, Klimagerechtigkeit, Ressourcennutzung, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft auseinandersetzen. Solche Formate stärken nicht nur das Bewusstsein für weltweite Zusammenhänge, sondern fördern auch Verantwortung und Engagement vor Ort.“

In der Talkrunde „Jugend trifft Politik“ mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung forderten die jungen Menschen, dass Themen ökologischer und sozialer Gerechtigkeit auch im Schulalltag im Vordergrund stehen müssten. Partizipation und Mitbestimmung solle in allen Schulen verankert werden. Sie wünschten sich mehr Freiraum, um Partizipation zu lernen sowie globales und solidarisches Denken zu entwickeln. Auch Demokratiebildung komme im Bildungssystem zu kurz. Schule müsse deshalb neu gedacht werden –sie solle mehr als nur Fachwissen vermitteln. Schulen müssen Haltung zeigen, so die Forderungen. Martin Sabelhaus, Katrin Steinhülb-Joos (schulpolitische Sprecherin der SPD), Annegret Warth-Shahlaei (Stadt Stuttgart) konnten den Wünschen und Forderungen der jungen Mitdiskutanten, Kai-Uwe Hüber, Avra Emin, Amelia Bartmann, zustimmen. Moderiert wurde die Talkrunde von Svenja Altdorfer.

Die Bedeutung des Bildungskongresses fasste Dr. Gunne Guntsetseg, Geschäftsführerin des DEAB, kurz und prägnant zusammen: „Die Themen von Global Eyes 2025, Nachhaltigkeit, Stressbewältigung und Wohlbefinden im Schulalltag, Mehrsprachigkeit und Diskriminierung unter Jugendlichen sowie demokratisches Miteinander sind nicht nur lokale Herausforderungen, sie sind vielmehr der Schlüssel zu globaler Gerechtigkeit!“

In 15 Workshops konnten die Schüler*innen diskutieren, experimentieren und Handlungsoptionen entwickeln. Ein Bildungsmarkt mit 25 Organisationen ermöglichte es den Schüler*innen und Lehrkräften, sich mit Akteur*innen zu vernetzen. Und dann hieß es auch noch Bühne frei für Vielfalt: Das Theaterstück der Hedwig-Dohm-Schule Stuttgart sowie Gedichte zu Themen wie Nachhaltigkeit, mentale Gesundheit, Diskriminierung, Vielfalt, Generationskonflikte und Globale Gerechtigkeit zählten zu den Highlights der Veranstaltung.

Die Handy-Aktion Baden-Württemberg war in Kooperation mit iFixit beim Kongress „Global Eyes“ auf dem Bildungsmarkt vertreten (alle Fotos: DEAB – Philipp Holl).

 

Informationen zum Programm:
Global Eyes 2025