Online-Seminar am 30.09.2021, 18-19 Uhr Thema: Der französische Reparaturindex

Online-Seminar: Der französische Reparaturindex – ein Vorbild für Deutschland und die EU?

Donnerstag, 30. September 2021, 18-19 Uhr

Bessere Reparaturmöglichkeiten von Smartphones und anderen Geräten erleichtern deren längere Nutzung und damit die Schonung wertvoller Ressourcen. In Frankreich erhalten Verbraucher*innen ab diesem Jahr über einen Reparatur-Index Auskunft darüber, wie einfach sich ihr Produkt reparieren lässt. Und auch die EU-Kommission arbeitet gerade an einem europaweiten Repair Score für Smartphones und Tablets.

Wie aussagekräftig ist der französische Index? Wie können Kund*innen hier von den Informationen aus Frankreich profitieren? Und was sollte bei der Einführung eines europaweiten Index beachtet werden?

Die Referentin Katrin Meyer ist Koordinatorin des Runden Tisch Reparatur

Bitte melden Sie sich hier zur Veranstaltung an: https://tinyurl.com/frzindex

Ein Online-Seminar des Netzwerks der Handyaktionen.

Energie- und Nachhaltigkeitstage 2021 im Zeichen von Klimaschutz, Gesundheit und Energie

17. bis 20. September im ganzen Land

Um das dritte Septemberwochenende herum (17.-20.09.) lädt das Umweltministerium Baden-Württemberg zu den Energiewendetagen und den Nachhaltigkeitstagen ein. Im ganzen Land sind Kommunen, Verbände und Institutionen, Unternehmen und Vereine sowie Initiativen und Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich mit Ideen, Projekten, Veranstaltungen und Aktionen zu beteiligen. Auch die Handy-Aktion Baden-Württemberg ist in verschiedenen Kommunen durch Sammelaktionen vertreten.

Unter dem Motto „Jede Tat zählt“ sind alle nachhaltig Engagierten aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen und ihre Aktionen im neu gestalteten N!-Netzwerk sichtbar zu machen.

„Ich bin gespannt, ob es uns erneut gelingt, das umfangreichste und attraktivste Programm auf die Beine zu stellen“, sagte Umweltministerin Thekla Walker. „Die Beteiligung der Baden-Württemberginnen und Baden-Württemberger an den Nachhaltigkeitstagen war in den vergangenen Jahren beeindruckend. Ich setze darauf, dass ihr Engagement eher noch zugenommen hat, denn nachhaltiges Handeln in allen Lebensbereichen ist noch dringender geworden.“

Gleiches gilt für die Energiewendetage. Deren Motto „Wir sind Energie“ verweist auf die Möglichkeiten, die jede Einzelne und jeder Einzelne hat, um einen Beitrag für die Energiewende und damit für einen effizienten Klimaschutz zu leisten. „Wir sind alle gefragt, um den Klimawandel zu bremsen und die Energiewende vorwärts zu bringen. Jede Klimaschutzmaßnahme im privaten, im unternehmerischen oder im öffentlichen Bereich ist wichtig und hilft, Baden-Württemberg bis 2040 klimaneutral zu machen. Solche Beiträge zu zeigen und zur Nachahmung anzuregen, ist das Ziel der Energiewendetage und der Nachhaltigkeitstage gleichermaßen“, sagte Walker.

 

Wangener sammeln 873 alte Handys

Schauspieler Florian Thunemann unterstützt die Handy Aktion der vhs Wangen

873 Handys haben die Wangener seit Februar in der vhs abgegeben. Darin befinden sich 7,8 kg Kupfer, 130 Gramm Silber und 22 Gramm Gold. Die vhs versendet die Handys nun an zurück die Handy Aktion. Dort werden die Handys geprüft und evtl. noch vorhandene Daten gelöscht. Dann werden die Handys entweder zur Weiternutzung wiederaufbereitet oder dem Recycling zugeführt. Spontan konnte die vhs Wangen den Schauspieler Florian Thunemann als Schirmherr für die Aktion gewinnen. „Ich bin auf dem Weg zur Probe zufällig an all den alten Handys vorbei gelaufen und bin sehr angetan von der Aktion. Wir müssen alle für eine gerechtere Welt unseren Beitrag leisten. Hier kann man sehr einfach damit anfangen“, konstatiert Thunemann, der aktuell bei den Wangener Festspielen zu sehen ist. Wer auch einen Teil beitragen möchte, kann nach wie vor sein altes Handy in der vhs, aber auch im Wertstoffhof oder Elektrofachmärkten zurückgeben.

In einem Smartphone sind rund 60 verschiedene Rohstoffe, darunter etwa 30 Metalle, verbaut. Dazu gehören z.B. das aus Coltan-Erz gewonnene Tantal, sogenannte „Seltene Erden“ wie Neodym oder Lanthan und vor allem Metalle wie Gold, Kupfer, Lithium und Kobalt. All diese Rohstoffe müssen aus Gestein gewonnen werden. Der Abbau von Metallen geschieht im Tagebau, was große Flächen in Anspruch nimmt, unter Tage in Schächten oder Stollen oder auch im Kleinbergbau, der oftmals mit Kinderarbeit verbunden ist. Als sogenannten Konfliktmineralien werden Gold und die drei „Ts“ – Tantal, Zinn (tin) und Wolfram (tungsten) – bezeichnet. Der Abbau und Handel dieser Rohstoffe trägt in Konfliktgebieten zur Finanzierungbewaffneter Gruppen und schweren Menschenrechtsverletzungen bei. So z.B. im Osten der Demokratischen Republik (DR) Kongo, von wo vermutlich die Hälfte der Weltproduktion von Tantal (Coltan) stammt. Viele Minen sind unter der Kontrolle von Milizen, die mit den Gewinnen ihre kriegerischen Aktivitäten finanzieren. Auch bei anderen Rohstoffen wie zum Beispiel beim Lithiumabbau in Argentinien oder dem Goldabbau in Peru entstehen gewaltsame Konflikte v. a. um die Landnutzung und die Wasserverschmutzung. Durch die Rohstoffgewinnung entstehen massive Umwelteingriffe und Menschenrechtsverletzungen. Wälder werden abgeholzt, die Luft wird verschmutzt und täglich werden mehrere Tonnen Gestein gesprengt, um an die Metalle zu gelangen.

Bundestag beschließt Lieferkettengesetz

Am 11.06.2021 hat der Bundestag das Lieferkettengesetz beschlossen. Das ist ein großer Schritt für Menschenrechte und Umwelt in den Lieferketten, denn erstmalig nimmt ein Gesetz Unternehmen hierzu in die Pflicht und stellt sich skrupellosen Geschäftspraktiken entgegen. Mit viel Engagement hat die Initiative Lieferkettengesetz, zu der auch die Handy-Aktion Baden-Württemberg gehört, für eine starke Regelung gekämpft.

Die Erfahrung hat gezeigt: Freiwilligkeit funktioniert nicht. Das beschlossene Lieferkettengesetz ist ein wichtiger Etappenerfolg, weist aber noch zu viele Schwächen auf. Deshalb sind wir noch nicht am Ziel, sondern erst am Start. Die Zivilgesellschaft muss auch weiterhin für ein noch wirksameres Lieferkettengesetz streiten, das für alle Unternehmen in Europa gilt.

Das „Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten“, das der Bundestag am 11.06.2021 verabschiedet hat, tritt 2023 in Kraft und erfasst zunächst Unternehmen ab 3.000, von 2024 an dann Unternehmen ab 1.000 Mitarbeiter*innen. Diese Unternehmen müssen fortan bei direkten Zulieferern sowie anlassbezogen auch bei indirekten Zulieferern Risiken für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung ermitteln, Gegenmaßnahmen ergreifen und diese gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dokumentieren.

Insbesondere auf Druck der CDU und des CDU-geführten Bundeswirtschaftsministeriums ist der ursprüngliche Gesetzentwurf an zahlreichen Stellen abgeschwächt worden. Anders als zunächst von Bundesarbeitsminister Heil (SPD) und Bundesentwicklungsminister Müller (CSU) vorgesehen, gilt das Gesetz für weniger Unternehmen, schränkt die Sorgfaltspflichten von Unternehmen stark ein und begründet keinen zivilrechtlichen Haftungstatbestand mehr. Das bedeutet, dass Betroffene von Menschenrechtsverletzungen auf Basis dieses Gesetzes keinen Schadensersatz von Unternehmen einklagen können.

Eine weiterführende Analyse des Gesetzes findet sich hier.

Die Initiative Lieferkettengesetz hat sich seit September 2019 für ein starkes Lieferkettengesetz in Deutschland eingesetzt. Gestartet als Bündnis aus 64 zivilgesellschaftlichen Organisationen vereint die Initiative mittlerweile 128 Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchliche Akteure.

Weitere Informationen:
Homepage der Initiative Lieferkettengesetz

Handy-Aktion unterstützt die Kongo-Kampagne

Die Kongo-Kampagne ist ein Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen mit einem gemeinsam angestrebten Zukunftsbild: Frauen und Kinder im Kongo sollen mit ihren Familien ein selbstbestimmtes Leben in Frieden, ohne Angst, ohne Gewalt oder sexualisierte Gewalt führen können. Als wichtige Schritte auf diesem Weg müssen die Kultur der Straflosigkeit durchbrochen und Menschenrechtsverletzungen als Verbrechen durch unabhängige Gerichte verfolgt werden. Darüber hinaus sehen wir die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union als Nutznießerinnen kongolesischer Konfliktrohstoffe in der Verantwortung – und auch uns selbst als Verbraucher*innen –, für eine Wirtschaft einzustehen, die im Einklang mit den Menschenrechten steht. Dazu gehören das Recht auf Gesundheit, körperliche Unversehrtheit, Zugang zum Recht und Sicherheit der Person. Zur Achtung, Förderung und zum Schutz dieser Rechte hat sich die Weltgemeinschaft in verschiedenen Konventionen verpflichtet und diese Verpflichtung immer wieder bekräftigt. Diese Verpflichtung gilt allen Menschen gegenüber – auch den Frauen und Kindern im Ostkongo!

Die Kongo-Kampagne wird gefördert von Brot für die Welt, Difäm Weltweit, der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, dem Katholischen Fonds und Mission EineWelt. Weitere unterstützende Organisationen und Gruppen sind International Justice Mission Deutschland und Micha Deutschland.

Mehr Infos über die Kampagne und die Möglichkeit zum Unterschreiben der Resolution finden Sie unter
www.die-kongo-kampagne.de.

Eine Woche Zeit für bewusstes “Digital-Sein”

Die Fastenaktion “Klimafasten” regt dazu an, sich Zeit zu nehmen, das eigene Handeln im Alltag zu überdenken, Neues auszuprobieren, etwas zu verändern und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In Woche 4 stand in diesem Jahr die Beschäftigung mit bewusstem “Digital sein” im Mittelpunkt.

Surfen, Musik hören, Filme gucken … all das können wir grenzenlos im Internet. Sie ist wunderbar – diese digitale Welt. Doch leider ist sie nicht so umweltfreundlich wie sie scheint. Die Rohstoffe und Energie haben einen großen Fußabdruck – auch für das Klima: Allein eine halbe Stunde Serien-Streaming verursacht etwa 1,6 kg CO2 – so viel wie eine kurze Autofahrt. Der Rohstoffabbau für Smartphone, Tablet o.a. geht mit Ausbeutung, Kinderarbeit und Umweltzerstörung einher.

Weitere Informationen:
www.klimafasten.de/wochenthemen-2021/4_Digital-sein1