Handy-Aktion BW sammelt mehr als 100.000 Alt-Handys

Die Handy-Aktion Baden-Württemberg kann ein stolzes Zwischenergebnis vermelden: Bis Mitte 2020 wurden mehr als 106.000 gebrauchte Mobiltelefone gesammelt, davon allein über 15.000 im letzten halben Jahr. Umweltminister Franz Untersteller als Schirmherr der Aktion gratulierte zum Sammelergebnis.

Umweltminister gratuliert zu Sammelergebnis

Im Jahr 2015 wurde in Baden-Württemberg die landesweite „Handy-Aktion“ gestartet, als ein breites Bündnis von Organisationen aus Kirchen und Zivilgesellschaft. Seit Juni 2017 ist die Handy-Aktion Baden-Württemberg Kooperationspartner der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg. Umweltminister Franz Untersteller als Schirmherr der Aktion gratulierte zum erzielten Sammelergebnis:

 “Die Handy-Aktion ist eines der anschaulichsten Beispiele für nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen und damit für Umweltschutz. Was wir aus den alten Handys rausholen – Gold, Silber, Kupfer – können wir in neuen Handys als Sekundärrohstoffe wiederverwenden. Sie sind günstiger und müssen nicht unter oft sehr schwierigen Bedingungen aus dem Boden gewonnen werden. Recycling ist ökonomisch, ökologisch und sozial ein Gewinn.“

Untersteller ruft dazu auf, sich an den Sammelaktionen zu beteiligen und dabei mitzuhelfen, die Recyclingquote zu erhöhen. Mit den Handy-Sammlungen konnten somit rund 960 Kilogramm Kupfer, 16 Kilogramm Silber und 2,7 Kilogramm Gold in den Kreislauf zurückgeführt werden.

 

Wertvolle Rohstoffe in den Kreislauf zurückführen und über Hintergründe informieren

Die Handy-Aktion Baden-Württemberg hat es sich zum Ziel gesetzt, die Rohstoff-Schätze, die in den Schubladen-Handys enthalten sind, zu heben, so dass diese einem geordneten Recycling zugeführt werden können. Gleichzeitig möchte die Aktion auf die globalen Zusammenhänge beispielsweise bei der Gewinnung von Rohstoffen und der Fertigung aufmerksam machen. Bis Ende 2019 wurden rund 240 Bildungsveranstaltungen durchgeführt und dabei über 6.500 Personen erreicht. Mit dem Erlös der Handysammlungen werden drei Gesundheits-, Umwelt- und Bildungsprojekte in der Demokratischen Republik Kongo, in Uganda und in Äthiopien unterstützt. Ausgehend von Baden-Württemberg gibt es mittlerweile auch in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland ähnliche Aktionen, die in einem Netzwerk eng zusammenarbeiten.

 

Konfirmandinnen und Konfirmanden sammeln Alt-Handys

Derzeit läuft die sogenannte „Konfi-Schubladen-Challenge“, zu der die Landesbischöfe in Baden und Württemberg gemeinsam mit der Handy-Aktion Baden-Württemberg aufgerufen haben. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden der beiden Landeskirchen werden dabei herausgefordert, selbstständig in ihren Gemeinden Handy-Sammlungen zu organisieren und im Zeitraum August bis November 2020 gemeinsam mindestens 38.000 gebrauchte Mobiltelefone zu sammeln.

Ziel der „Konfi-Schubladen-Challenge“ ist es, dass die Konfis sich als Gruppe für ein gemeinnütziges Projekt einsetzen. Pfarrerinnen und Pfarrer können die Aktion unterstützen, sollen aber die Organisation nach Möglichkeit den Konfis überlassen. Wenn das Ziel, gemeinsam 38.000 Alt-Handys zu sammeln erreicht wird, wird für alle Teilnehmenden eine Wohnzimmerdisco mit DJ Faith per Livestream organisiert.

Der Begriff „Schubladen-Challenge“ basiert auf der Annahme, dass laut neuesten Umfragen (Bitkom Research, 2020) in Deutschlands Schubladen über 199 Millionen gebrauchte Mobiltelefone ungenutzt herumliegen. Diese enthalten wichtige Rohstoffe, die über einen geordneten Recyclingprozess wiedergewonnen werden können.

Online-Seminar-Reihe “Nachhaltige Elektronik”

Das Netzwerk der Handyaktionen lädt Multiplikator*innen der Bildungsarbeit und weitere Interessierte ein, in einer Online-Seminar-Reihe den politischen Lösungsansätze zu Rohstoffen und Menschenrechten nachzugehen.

Nachhaltige Elektronik – Politische Lösungsansätze zu Rohstoffen und Menschenrechten

Mobiltelefone, Fernseher, Laptops, Drucker – Elektronikgeräte gehören zu unseren alltäglichen Begleitern. Für den Abbau der in ihnen enthaltenen Rohstoffe werden immer wieder Menschenrechte verletzt. Welche Auswirkungen hat der Abbau der Rohstoffe im Globalen Süden? Welche politischen Handlungsansätze werden diskutiert, um die Achtung der Menschenrechte im Rohstoffabbau zu sichern und den Rohstoffverbrauch zu reduzieren? Welche Weichen müssten gestellt werden, damit Geräte langlebiger und besser reparierbar werden und das fachgerechte Recycling wertvoller Rohstoffe gestärkt wird? Wie können wir in der Bildungsarbeit für Ressourcengerechtigkeit und den Schutz der Menschenrechte sensibilisieren?

Das Netzwerk der Handyaktionen lädt Multiplikator*innen der Bildungsarbeit und weitere Interessierte ein, in einer Online-Seminar-Reihe diesen Fragen nachzugehen.

Termine:

Dienstag, 06. Oktober 2020, 17:00 -18:15 Uhr: Rohstoffkatastrophe Handy – Perspektiven aus dem Globalen Süden
Referenten: Oscar Choque (AYNI Verein für Ressourcengerechtigkeit e.V.), Jean-Gottfried Mutombo (Amt für MÖWe der EKvW)

Dienstag, 06. Oktober 2020, 18:30 -19:30 Uhr: Deutsche Rohstoffpolitik auf dem Prüfstand
Referentin: Hannah Pilgrim (Arbeitskreis Rohstoffe)

Donnerstag, 08. Oktober 2020, 18:00 bis 19:30 Uhr: Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, Recycling: Politische Wege zur Ressourcenschonung im Elektroniksektor
Referent*innen: Rebecca Heinz (Germanwatch), Sascha Roth (NABU)

Montag, 12. Oktober 2020, 17:00 bis 19:00 Uhr: Ressourcenschutz und -gerechtigkeit im Globalen Lernen/BNE
Workshopleiter*innen: Nicole Hesse (KATE e.V.), Nora Vargas (Eine Welt-Landesnetzwerk Saarland), Half Häussler (ZEB)

Nähere Informationen zur Reihe:
https://mission-learning.org/handyaktionen/

Anmeldung zu den einzelnen Online-Seminaren:
per Mail an: info@handyaktion-bayern.de

Flyer zum Download:
Flyer_Online_Seminare_Nachhaltige_Elektronik_Rohstoffe_Menschenrechte

Online-Fortbildungen für Multiplikator*innen

Für Multiplikator*innen des Globalen Lernens/Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Pädagog*innen und Interessierte am Thema Handy aus lokalen Eine-Welt-Initiativen und Kirchengemeinden im Bildungsbereich werden am 28. September und 2. Oktober 2020 zwei Online-Fortbildungen zum Thema Handy angeboten.

Handy – fragen. durchblicken. nachhaltig handeln!
Materialien, Methoden, Inhalte, Vernetzung

Montag, 28. September 2020, 15:00 – 17:30 Uhr
via Zoom

Freitag, 2. Oktober 2020, 15:00 – 17:30 Uhr
via Zoom

Die mobile Kommunikation bestimmt unseren Alltag. Handys, Smartphones und Tablets sind allgegenwärtig. Seit Corona hat die mobile Kommunikation noch mehr an Bedeutung ge-wonnen. Woher kommen aber die Rohstoffe, die in diesen Geräten verbaut werden? Unter welchen Bedingungen werden sie in den Minen in Afrika, Asien und Lateinamerika aus dem Boden geholt, in Asien gefertigt und im Globalen Süden wieder entsorgt?

Wollen Sie an Ihrer Schule, in Ihrer Kirchengemeinde, an Ihrer Bildungseinrichtung (Online-) Veranstaltungen zum Themenfeld „Handy“ durchführen? Die Fortbildung kann sowohl als Einstieg in das Thema, als auch als Vertiefung genutzt werden. Die Teilnehmenden werden sich inhaltlich und methodisch mit der Wertschöpfungskette eines Handys auseinanderset-zen. Die Themen der Fortbildung bilden Bezüge zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030.

Wie kann das Thema in der Bildungsarbeit aufgegriffen werden und welche Handlungsmöglichkeiten bietet dabei die „Handy-Aktion Baden-Württemberg“? Es geht um den gemeinsamen Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen von verschiedenen (digitalen) Veranstaltungs- und Bildungsformaten zum Thema „Handy“. Gemeinsam wollen wir die möglichen Handlungsfelder definieren und die nächsten Schritte für Ihre Bildungsarbeit und Engagement zum Thema Handy planen.

Sie benötigen zur Teilnahme ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet, …)
mit stabiler Internetverbindung sowie Lautsprechern und Mikrofon.
Eine Kamera ist erwünscht.

Bitte melden Sie sich für die Online-Fortbildungen bis zum 24. September 2020 per Mail an:
anmeldung@epiz.de
mit Angabe folgenden Betreffes:
Anmeldung_Online-Fortbildung Handy-Multiplikator*innen + Angabe des Datums

Infos zum Download:
Einladung Online-Forbildungen für Multiplikator*innen als PDF

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden:
Saron Cabero
Entwicklungspädagogisches Informationszentrum Reutlingen (EPiZ)
Programm „Bildung trifft Entwicklung“
Tel: 0157 3371 5409
Mail: saron.cabero@epiz.de

Die Fortbildungen werden im Rahmen der „Handy-Aktion“ gemeinsam mit dem Programm
„Bildung trifft Entwicklung“ und den Regionalpromotor*innen des Eine Welt- Promotor*innen-Programms organisiert (https://www.einewelt-promotorinnen.de).

Landesbischöfe rufen zu „Konfi-Schubladen-Challenge“ auf

Konfirmanden in Baden und Württemberg sollen 38.000 gebrauchte Mobiltelefone sammeln

Die Landesbischöfe in Baden und Württemberg rufen gemeinsam mit der Handy-Aktion Baden-Württemberg zur „Konfi-Schubladen-Challenge“ auf. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden der beiden Landeskirchen werden dabei dazu herausgefordert, selbstständig in ihren Gemeinden Handy-Sammlungen zu organisieren und im Zeitraum August bis November 2020 gemeinsam mindestens 38.000 gebrauchte Mobiltelefone zu sammeln.

In Baden-Württemberg gibt es jährlich rund 38.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden (Stand Statistik 2013). Bedingt durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie fand in den letzten Wochen kein oder wenig Konfi-Unterricht statt. Viele Konfirmationen wurden in den Herbst verschoben und die Konfi-Gruppen bestehen weiterhin.

Ziel der Konfi-Schubladen-Challenge ist es, dass die Konfis selbst aktiv werden und sich als Gruppe für ein gemeinnütziges Projekt einsetzen. Pfarrerinnen und Pfarrer können die Aktion unterstützen, sollen aber die Organisation nach Möglichkeit den Konfis überlassen. Wenn das Ziel, gemeinsam 38.000 Alt-Handys zu sammeln (also 1 Gerät pro Konfirmand) erreicht wird, wird für alle Teilnehmenden eine Wohnzimmerdisco mit DJ Faith per Livestream organisiert.

Der Begriff „Schubladen-Challenge“ basiert auf der Annahme, dass laut neuesten Umfragen (Bitkom Research, 2020) in Deutschlands Schubladen über 199 Millionen gebrauchte Mobiltelefone ungenutzt herumliegen. Diese enthalten wichtige Rohstoffe, die über einen geordneten Recyclingprozess wiedergewonnen werden können. Mit den Erlösen der Handy-Sammlungen werden nachhaltige Gesundheits- und Bildungsprojekte in Äthiopien, der Demokratische Republik Kongo und Uganda unterstützt.

Weitere Informationen
www.handy-challenge.de