Aufklärung Rettet Leben

Sexualität ist im Osten der Demokratischen Republik Kongo vielfach ein Tabuthema. Obwohl HIV und Aids ein großes Problem im Land darstellen, findet Aufklärung, besonders für Jugendliche in der Pubertät, so gut wie nicht statt. Fehlendes Wissen über Prävention sowie die Folgen einer Infektion begünstigen die Ausbreitung des Virus und tragen zur Stigmatisierung der Betroffenen bei. Wie gelingt es, dieses heikle Thema anzusprechen und die Bevölkerung zu sensibilisieren? Das Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V. fördert die HIV- und Aids-Aufklärung im Ostkongo. Gemeinsam mit lokalen Partnern engagiert sich das Difäm besonders für gefährdete Jugendliche und schafft Zugang zu HIV-Tests und Therapiemöglichkeiten. Difäm-Partner Brot für die Welt unterstützt das Projekt mit. 

 

Heikle Themen ansprechen
Die Bewohner der Region um Isiro, einer Stadt im Nordosten des Kongo, sprechen zwölf verschiedene Sprachen. Als Unterrichtseinheit haben Mitarbeitende der lokalen Difäm-Partnerorganisation die Kande Story in den lokalen Sprachen auf Hörkassetten aufgenommen und an die Bewohner im Urwald verteilt. Die Geschichte über das Leben des jungen Mädchens Kande in Afrika, das durch den Tod der Eltern Aidswaise wird und später selbst erkrankt, stellt für Menschen aller Altersgruppen die Fakten von HIV und Aids kultursensibel dar und vermittelt anschaulich die Maßnahmen zur Prävention. Damit wird versucht das Tabu, über Sexualität zu sprechen, zu überwinden und die Aufklärung zu intensivieren. Bisher haben rund 4.600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Geschichte gehört und das Thema angesprochen. Zudem produziert ein Mitarbeitende im Rahmen der Aufklärungsarbeit Sendungen für lokale Radiosender.


Ausbildung von Multiplikatoren

Zur Aufklärung der Bevölkerung fördert das Difäm die Ausbildung von Pastoren zu Multiplikatoren. Sie sind anschließend selbst als Schulungsleiter unterwegs und sprechen in Kirchengemeinden verschiedener Konfessionen, in Schulen und Jugendgruppen über die Auswirkungen und den Umgang mit einer Aids-Erkrankung.

 

Auch Schülerinnen und Schüler sind als "Peer Educators" aktiv an lokalen Grundschulen und sensibilisieren Gleichaltrige für das Thema, unter anderem durch Gespräche und Schulungseinheiten, anhand von Beispielen und mit Theatervorstellungen. Weitere Peers sind Frauen, die im kirchlichen und kommunalen Umfeld Sensibilisierungen in Frauengruppen durchführen. Dazu wird ebenfalls die Kande Story in den lokalen Sprachen verwendet. "Die Frauen berichten von einer erstaunlichen Offenheit und einer großen Bereitschaft sich auf eine HIV-Infektion hin testen zu lassen und nutzen mittlerweile verstärkt die mobilen Testangebote", erzählt Difäm-Gesundheitsreferentin Ursula Kohler von ihrem letzten Projektbesuch. Die Frauen bitten zudem um Anleitung, wie sie im familiären Umfeld, bei ihren Partnern und Kindern, das Thema Aufklärung einbringen können. "Die Herausforderung liegt darin, sexuelle Aufklärung in guter und sensibler Weise mit den verschiedenen Altersgruppen zu besprechen und sich die daraus ergebenden Konsequenzen bewusst zu machen", erklärt Ursula Kohler. 

 

Unterstützung von Betroffenen
Im kirchlichen Umfeld gibt es bereits erste Aktivitäten zur Unterstützung für Betroffene und ihre Familien. Gemeindemitglieder besuchen die Familien und bieten praktische Hilfe bei der Versorgung und Beschaffung von Lebensmitteln und Hygienebedarf. In einigen Dörfern wurden spontane Sammlungen für Nahrungsmittel für Betroffene durchgeführt und Reis, Palmöl, Zucker und Salz wurden verteilt.  

 

Kontakt:

Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm)

Anna Buck

Mohlstraße 26, 72074 Tübingen

Tel.:+49 (0)7071 704 90 30

Fax: +49 (0)7071 704 90 39

E-Mail: buckdontospamme@gowaway.difaem.de 

Webseite: www.difaem.de 

Facebook: www.facebook.de/difaem 

 

Spendenkonto: Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V., Evangelische Bank eG, IBAN: DE36 5206 0410 0000 4066 60, BIC: GENODEF1EK1, Zweck: Aufklärung Kongo