17.01.18

Platz für Neues, Wertschätzung für Altes

Die Kreissparkasse Tübingen und das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) sammeln vom 15. Januar bis 16. März 2018 im Rahmen der landes-weiten "Handy-Aktion – fragen.durchblicken.handeln!" gebrauchte Handys.

Die Tübinger Kreissparkasse und das Difäm sammeln Handys

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland rund 24 Millionen neue Mobiltelefone gekauft. Vor allem zu Weihnachten müssen alte Handys neuen Smartphones weichen und verstauben in der Schublade. Die Kreissparkasse Tübingen und das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) sammeln vom 15. Januar bis 16. März 2018 im Rahmen der landesweiten "Handy-Aktion – fragen.durchblicken.handeln!" gebrauchte Handys.

 

Von Januar bis März stehen in allen Sparkassenfilialen im Landkreis Tübingen Sammelboxen für alte und ausgediente Handys sowie Flyer mit Hintergrundinformationen bereit. Während funktionsfähige Geräte datensicher von einem Partner der Telekom Deutschland repariert und weiterverkauft werden, werden nicht funktionsfähige Handys ökologisch gerecht recycelt. Die Sammelaktion in Tübingen ist Teil der landesweiten Bildungs- und Sammelaktion "Die Handy-Aktion – fragen.durchblicken.handeln". Mit der Aktion will das Difäm gemeinsam mit Organisationen aus Kirche und Zivilgesellschaft in Baden-Württemberg auf die globalen Zusammenhänge der Handy-Produktion und die sozialen, menschenrechtlichen, gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen aufmerksam machen. Fast die Hälfte der deutschen Handy-Nutzer tauscht ihr Mobiltelefon binnen zwei Jahren aus. Die Folgen sind über 100 Millionen Schubladen-Handys. Dabei sind Handys Schatzkisten, denn die Rohstoffe in den Telefonen sind ein kostbares Gut und nicht unbegrenzt verfügbar.

 

Notwendig für die Herstellung elektronischer Geräte ist beispielsweise das seltene Coltan aus Afrika. Oft stammt es aus Konfliktregionen, wo es unter lebensbedrohlichen Bedingungen und zum Teil von Kinderhand gefördert wird. Ähnlich wie Kupfer, Gold und andere Erze. Die Produktion der Geräte in zumeist asiatischen Ländern erfolgt häufig ohne Einhaltung menschen- und arbeitsrechtlicher Standards. „Als Handy-Nutzer sind wir Teil dieser großen Wertschöpfungskette und tragen Verantwortung", so Difäm-Direktorin Dr. Gisela Schneider. Ziel der Aktion ist es daher, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für den Umgang mit Ressourcen zu schaffen. "Das wollen wir als Kreissparkasse Tübingen unterstützen. Deshalb engagieren wir uns sehr gerne bei der Handy-Aktion", pflichtet Dr. Christoph Gögler, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Tübingen, ihr bei.

 

Der Erlös

Der Erlös aus der Sammelaktion fließt unter anderem in ein Gesundheitsprojekt des Difäm im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Das Difäm fördert die Krankenpflegeschule eines kirchlichen Krankenhauses in dem Dorf Nebobongo und verfolgt hier einen nachhaltigen Ansatz: Während ihrer Ausbildung gehen die Auszubildenden in die umliegenden Dörfer, um mit den Einwohnern gesundheitliche Probleme zu erfassen und gemeinsam die Umstände zu verbessern. „Die Menschen vor Ort werden so direkt mit einbezogen, um ihre Gesundheitssituation mitzugestalten", so Gisela Schneider. "Gerade im Kongo ist die medizinische Arbeit der Kirchen für die Basisversorgung der Bevölkerung eine wichtige Ergänzung zu den staatlichen Gesundheitsstrukturen."

 

(Quelle: Pressemitteilung Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V.)